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Urologie der Frau2019-02-09T15:49:04+00:00

Urologische Erkrankungen der Frau:

Das Eindringen von Erregern in den Urogenitaltrakt kann eine urogenitale Infektion auslösen. Bedingt u.a. durch die kurze Harnröhre, der bakteriellen Besiedlung des Darmes und des vaginalen Bereiches der Frau kommt es bei dieser häufiger zum urogenitalen Infekt als beim Mann. Die harmloseste Form ist die isolierte Blasenentzündung, die nur bei der Frau und vereinzelt bei Kindern auftritt. Die akute unkomplizierte Blasenentzündung (Cystitis) ist zwar sehr lästig, heilt aber folgenlos aus. Wichtig ist nach Erregerbestimmung im Urin die konsequente Behandlung, damit sich die Infektion nicht auf den restlichen Urogenitaltrakt ausbreiten kann. Als Komplikation ist hier die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) zu nennen, die mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl einhergeht. Die Pyelonephritis kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen und muss daher dringend behandelt werden, d.h. mit Erregerbestimmung und entsprechender Antibiotikatestung.

Unter Harninkontinenz versteht man einen unwillkürlichen Urinverlust, der eine große psychische Belastung darstellt und auch zu sozialer und hygienischer Beeinträchtigung führt. Die Harninkontinenz ist weit verbreitet und nimmt mit dem Alter deutlich zu. Es können verschiedene Formen der Inkontinenz unterschieden werden. Die Diagnose und Therapie der Harninkontinenz sollte immer dem Urologen als Facharzt überlassen sein. In den meisten Fällen kann dieser auch eine Heilung oder zumindest Besserung der Erkrankung erreichen. Leider machen auch heute noch viele Frauen, oft aus Schamgefühl, von therapeutischen Möglichkeiten keinen Gebrauch.

Das Blasenkarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Harntraktes und nach dem Prostatakarzinom der zweithäufigste des Urogenitalsystems. Die Erkrankung kommt bei Männern dreimal häufiger als bei Frauen und bevorzugt im höheren Lebensalter vor. Die Ursachen sind oft unbekannt, ein deutlicher und gesicherter Risikofaktor ist jedoch das Rauchen. Das typische Erstsymptom ist die schmerzlose Hämaturie, d.h. sichtbares Blut im Urin. Auch Störungen beim Urinlassen oder Symptome einer Blasenentzündung können vorkommen. Die Basis der Diagnostik ist immer die Blasenspiegelung, die problemlos in unserer Praxis durchgeführt werden kann. Bei frühzeitiger Erkennung des Blasenkrebses ist eine Heilung gut möglich. Die Therapie richtet sich hierbei nach dem Tumorstadium.

Es gibt gutartige und bösartige Tumore der Niere, sowie bösartige Tumore des Nierenbeckens, die im engeren Sinne nicht zu den Tumoren des eigentlichen Nierengewebes gehören. Klinisch bedeutsam sind vor allem die bösartigen Tumore(Nierenzellkarzinome). Es ist der dritthäufigste urologische Tumor. Männer erkranken hieran etwa doppelt so häufig wie Frauen. Die Ursachen der Tumorentstehung sind ungeklärt, aber ein Anstieg der Erkrankungshäufigkeit ist in den letzten Jahren in Deutschland deutlich zu verzeichnen. Die Diagnose wird häufig zufällig im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung gestellt, da eigentliche Frühsymptome der Erkrankung fehlen. Schmerzen, Blut im Urin oder eine tastbare Resistenz sind Spätsymptome. Teilweise wird ein Nierenkrebs auch erst durch Beschwerden, die durch Metastasen (Tochtergeschwülste) des Tumors verursacht werden, entdeckt. Die Heilung kann derzeit nur durch die rechtzeitige chirurgische Entfernung des Tumors erreicht werden.

Harnsteine sind feste Gebilde meist kristalliner Bestandteile, die sowohl im Nierenbecken als auch in Harnleiter oder Harnblase auftreten und jeweils spezifische Beschwerden verursachen können. Die Erkrankung kommt bei Männern und Frauen etwa gleich häufig vor. Die Entstehung von Harnsteinen ist ein vielschichtiger Vorgang, bei dem viele unterschiedliche Faktoren beteiligt sind. Die möglichst genaue Kenntnis dieser Faktoren ermöglicht dem Urologen im Einzelfall die Therapie und Prophylaxe des Harnsteinleidens. Auffälligstes Symptom der Erkrankung ist die typische Harnsteinkolik. Die Schmerzen können sehr heftig sein und gehen oft mit Brechreiz, Erbrechen, Schweißausbrüchen und Kollapsneigung einher. Diagnostik und Therapie richten sich nach Lage, Größe und Zusammensetzung des Steines, wobei vornehmlich natürlich immer die Beschwerden des Patienten zu lindern sind und versucht werden sollte, möglichen Komplikationen vorzubeugen.
Bei der Therapie von Nierensteinen bieten wir die ambulante Stoßwellentherapie (Extracorporale Stoßwellenlithotripsie) an. Hiermit können Steine mit guten Erfolgen zerkleinert werden, bevor sie Nierenkoliken verursachen können.